Limmer98 im Internet ohne Rückkanal

Die eifrigen (und aus meiner Sicht in diesem Ziel durchaus lobenswerten) Gegner der weiteren Gentrifizierung Lindens und Erkämpfer von Freiräumen in einem Haus, das gerade freigeräumt wurde, betreiben — wie sicherlich viele schon bemerkt haben — für ihre Kommunikation auch ein Blog. Dort lassen sich tagesaktuell die Aufrufe und Aktionen nachlesen, was für Interessierte ausgesprochen nützlich ist, wenn sie sich nicht vom zuweilen schwer verdaulichen Duktus der dort gepflegten Sprache abschrecken lassen. Wer Näheres über vergangene und kommende Aktionen und Stellungnahmen erfahren möchte, sollte dort regelmäßig vorbeischauen…

So weit, so gut.

Aber wie so oft… ist alles nicht nur gut.

Wie in beinahe jedem Blog gibt es dort auch eine Kommentarfunktion. Diese tut so, als sei sie dafür da, dass andere Menschen Anmerkungen zu den Veröffentlichungen machen können. Das ist aber leider nicht der Fall, ganz im Gegenteil, es ist mehrfach zu hören, dass (wohlwollende, nicht pöbelig formulierte) kritische Anmerkungen auch nach mehreren Tagen nicht freigeschaltet werden. Angesichts der aktiven Nutzung des Blogs als Publikationsplattform entsteht nicht der Eindruck, dass es sich um eine Überarbeitung der Menschen handelt, die dieses Blog technisch und inhaltlich verwalten, sondern um Absicht und Methode. Interessanterweise lässt sich gleichzeitig beobachten, dass eine eher substanzlos vorgetragene Kritik zuweilen freigeschaltet wird, weil sie offenbar besser dazu geeignet ist, die Selbstdarstellung der Betreiber zu fördern.

Genossen! Brüder! Schwestern!

Ob so etwas zu den Mitteln gehört, sich in Linden Sympathie zu erwerben, gehört zu den Fragen, die ihr euch einmal in aller Ruhe selbst beantworten solltet. Zumindest mich erinnert ein solches Muster in der Kommunikation überdeutlich an diejenigen Zustände, von denen ihr doch jederzeit sagen würdet, dass sie überwunden werden müssen — und wenn wir in Linden Heuchelei wollen, nun, da haben wir wirklich schon übergroße Auswahl.

Wer jedoch aus Linden mit seinen kritischen Anmerkungen zu den Verlautbarungen des Kollektivs Limmer 98 nicht durchgekommen ist (bitte gebt den Leuten immer ein oder zwei Tage Zeit, die machen das auch nicht professionell), fühle sich dazu eingeladen, seine Anmerkungen hier im Löwen als Kommentar zu diesem Text zu veröffentlichen. Damit der Kontext für andere Leser nicht verloren geht, seit dabei bitte so freundlich, die Internet-Adresse des kommentierten Textes aus der Adressleiste des Browsers zu kopieren und in eurem Kommentar einzufügen.

Wir löschen hier beim Löwen nur Aufrufe zu eindeutig kriminellen Handlungen, Anstachelungen zum Rassenhass und offene Menschenverachtung… und natürlich löschen wir hirnlose Reklame, denn wir sind keine Litfaßsäule. Aber Letzteres betrachten wir auch nicht als Mitteilung eines Menschen.

Ein Kommentar zu Limmer98 im Internet ohne Rückkanal

  1. Der Lindener Löwe » Blog Archiv » Immer im Kreis | 14. Juni 2011, 06:33 Uhr

    […] sind, dass meine Sympathie auch gleich wieder erstickte — und auch ansonsten haben sie ja gar nicht so recht eingesehen, wozu dieses Ding namens Kommunikation gut sein könnte. Ja, sie klangen fast schon ein bisschen wie […]

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