Kriminalprävention im Städtebau

An dieses EU-Projekt zur „Kriminalprävention im Städtebau“, das im Februar von Kriminalhauptkommisar Dirk Behrmann und Dipl.-Ing. Anke Schröder präsentiert wurde, kann sich wohl mancher noch erinnern. Wer wissen möchte, was dieser kryptische Herrschaftsblah bedeutet, der uns Lindenern zum Hohn auch noch als ein „PluS“ verkauft wird, sollte einmal einen Blick in das Gentrification-Blog werfen:

Die Polizei Hamburg beteiligt sich nach eigenem Bekunden seit mehreren Jahren „strukturiert“ und „regelhaft“ an der Stadtplanung in Hamburg. Aus kriminalpräventiven Gründen ist sie offenbar an einer Ausräumung von Bäumen, Sträuchern und Hecken aus dem öffentlichen Raum interessiert. Der seit einigen Jahren unbemerkt durchgeführte Einsatz von fliegenden Überwachungs-Drohnen in Hamburg könnte diese Bestrebungen zur „Entlaubung“ der Stadt noch verstärken.[…]

Mit der städtebaulichen Prävention werden verantwortlichen Stadtplanern und Architekten der Kommunen und der freien Wirtschaft Empfehlungen und Vorschläge der Polizei zu geeigneten Präventionsmaßnahmen unterbreitet.

Bitte auch den Links im Gentrification-Blog folgen — und besser eine Speitüte bereit legen.

Kann man sich gar nicht ausdenken

Sponsor für das Projekt Ihme Gallery ist der Insolvenzverwalter des Ihmezentrums

Sponsor für das Projekt „Ihme Gallery“ (besonders lobende Erwähnung des Freundeskreises Sprachpansch für die Kombination des deutschen Namens eines Fließgewässers mit dem unnötigen englischen Wort für einen Ort der Zurschaustellung von Bildern) ist also der Insolvenzverwalter des Ihmezentrums…

Quelle des Screenshots: Hannover Liebe (mit Deppen Leer Zeichen, sehr zur Heiterkeit des Freundeskreises Sprachpansch), ein Projekt der Landeshauptstadt Hannover.

Solidarisches Geschwätz

Die Ankündungung des Vortrages und der Diskussion „Solidarische Ökonomie“ von attac Hannover klang ja interessant. Da musste man doch einfach mal hin, so als Betroffner der Abzock-Ökonomie, die jetzt läuft. Klang ja fast, als wenn es mich beteffen würde.

Klang aber nur so.

Eine „hübsche“ kleine Runde war es in der Warenannahme. Etwa fünfzehn Angehörige der sichtbar etwas gehobenen und besser verdienenden Schicht saßen dort, um den tollen Worten zu lauschen. Der Typ an der Bütt (René Rehwagen) sprach leise und ohne Mikrofon, manchmal kaum verständlich, während er geübt seine Powerpoint-Blätter an die Wand klatschen ließ, damit man auch gleich sieht, dass er nix zu sagen hat. Dieses hochlächerliche Bühnenbild wurde ergänzt durch einen durchgestylten Schicki-Micki-Punk aus den geilen Träumen der Sozialpädagogik. (Hey komm, sorry Alter, aber annem richtigen Punk kann sich jeder räudige Köter schrubben.)

Ich kämpfte gegen meinen Brechreiz und setzte mich einfach dazu, um zu hören, was die mir sagen wollten. Kann ja sein, dass die es nicht mehr besser können.

Aber die hatten mir nix zu sagen. Die labertern einen Scheiß in den Raum, den ich aus Glotze und aus der Dreckspresse zu gut kenne. Diese ganze menschenverachtende, pseudogebildete, hochtrabende, nicht fühlbare, mit unnützen Blah- und Fremdwörtern widerlich gemachte Sprache. Für wen sprechen die eigentlich? Für Zuhörer jedenfalls nicht, außer vielleicht für grüne Lehrer, lifestylegeile Sozialpädagogen, säuselnde Esolinke und andere Sektierer. Die sagen nur sich selbst was. Und dann wundern sie sich, dass so wenig Leute da sind. Ich kanns verstehn, ich war da. Und wenn ich Bullshit hören will, kann ich auch die Glotze anmachen.

Aba wat rech ik mich auf, ey?! Ich beschreibs mal n bisschen.

Ich kann ja verstehen, dass ihnen kein besseres Wort als „Solidarische Ökonomie“ eingefallen ist. So ein Thema muss ja kurz und griffig klingen, und doch einen Eindruck geben. Ich hab hinterher n paar Stunden mit meinem Herzchen drüber nachgedacht, wie man das besser hätte nennen können, und uns ist auch nix eingefallen. Aber dass wir schon vom Wort „Ökonomie“ einen Kackreiz kriegen, das ist dem täglichen Gelaber aus den Medien gedankt. Es ist der Begriff der Herrschenden und Ausbeuter. Die reden nicht vom „Wirtschaften“, weil das konkret ist und sofort verstanden wird, von jeder Hartz-IV-Hausfrau, die sich durch ihr stinkendes Scheißleben quält, verstanden wird. Sind halt „begrenzte Ressourcen“, die paarhundert Euronen, für die man den Bückling beim Elendsamt machen muss, und die muss man sich einteilen. Und wenn die Katze mal zum Tierarzt muss oder man Pillen für seinen schmerzjauchigen Rücken braucht am Zwanzigsten, denn ist eben nicht, wenn man nicht gut gewirtschaftet hat. Das versteht jeder — bis auf ein paar Fäkalmaden. Wenn ihr für mich sprechen wollt, denn labert gefälligst nicht wie die, die mir jeden Tag in die Fresse schlagen. Nee, um Wirtschaften gehts nicht, wenn einer von „Ökonomie“ quasselt, da gehts um Abzocken, Ausbeuten, und sich die Taschen mit Zaster vollstopfen, während die Menschen in der Scheiße hängen.

Oh, jetzt reg ich mich ja schon wieder auf. Aber es ist auch zum Aufregen, wenn andere für mich denken wolln und dabei genau so labern wie die anderen Anderen, die für mich denken wolln. Der Titel ist da nur ein Beispiel, der ganze Vortrag triefte von dieser Sprache. Mal n paar Beispiele gefälligst? Gern doch. Weißste, Arbeit haben die genauso als Zentrum des Lebens verstanden wie die Nazisäule am Maschsee. Die mit „Wille zum Aufbau gab werkfrohen Händen den Segen der Arbeit“. Ja, das hier. Ist ja eingentlich ne tolle Zeit, in der wir leben. Endlich haben wir Maschinen, die für uns arbeiten, und immer mehr. Die Arbeit geht aus, Halleluja! Das ist die so genannte „Krise“, aber das hat da keiner gesehen. Und wer im Kampf um sein Scheißüberleben keine Maloche mehr findet, weil niemand mehr sein Wuppen bezahlen will, der ist am Arsch. Diese Denke, dass Arbeit was tolles ist, kann eigentlich nur einer haben, der niemals diese Scheiße gefressen hat, also so ein linker Spießer. (Klick mal, Spießer, mehr will ich dazu echt nich mehr sagn! Das Ende des Theaters war aba schon n bisschen wies Ende vom Video…)

Ich hatte es hier ja nicht mit nem Verein zu tun, der sich um mein Drecksleben schert. Aber Ziele ham se. Die „Produkte der Arbeit“, die solln nicht nur „nützlich“ (!) und „umweltfreundlich“ sein, sondern auch die „Länder der dritten Welt nicht ausbeuten“. An diesem Wesen soll die Welt genesen. N paar kleinere Ziele, zum Beispiel uns „unbrauchbares Menschenmaterial“ ein einigermaßen erträgliches Leben zu ermöglichen, wär ja auch mal ganz nett. Aber das interessiert euch ja nicht, ihr unterhaltet euch lieber ne gefühlte Viertelstunde darüber, wie toll es ist, irgendwelche „Fair Trade“-T-Shirts zu kaufen. Und ist ja auch nich so teuer, nur n kleines bisschen teurer als beim Edeka. Geld hat man. Bei euch. Und wer bei Aldi kauft, ist ein Geizhals. Weil Armut ist Geiz, ist Gier, ist Böse. Und das gibts nicht, pfuiteufel, husch weg damit. Solidarisch is das, ne?!

Und dann wunderter euch, dass kein Arbeitsloser bei euch vorbei kommt. Hey Mann, Hirnstümmel, geh mal auffe Limma, vorm Edeka, nich rein, und red da mal mit dem Herz der Straße. Und dann sülz die voll mit deiner idiotischen Mischung aus Griechisch, Latein und Englisch, und dann frag dich ma, warum sich lieber einen runterholt als dir zuzuhörn! Komm denen mal mit deinen „Transition Towns“, deinem „Homo Cooperativus“ oder deinem „Ökolandbau“. Na, dämmerts? Geht n bisschen Osram in der Wüste deiner Hirntafel an? Wie, imma noch nich? Na, deshalb bleibt ihr halt unter euch. Idioten. Schön in euerm Schulterklopf und verbalen Onanierzirkel träumt ihr euren feuchten Träume von der Rettung der Welt durch Ökotomaten und „Fair Trade“. Das heißt auf Deutsch übrigens „gerechter Handel“. Versteht man doch gleich viel besser. Na, du vielleicht nicht.

Ich wollt, dass ich tausend Münder hätte, dass ich ohne Ende kotzen könnte! Eine Politsekte aus Schwafel und Esonebelrauch erbaut sich in irrer eigenen Wichteligkeit, während die Stadt brennt. Und, wie bewertet ihr das? Wie blubbert ihr euch das zurecht, dass euch keiner hören will. Na, habt ihr doch selbst gesagt. Eure total tolle „Solidarische (spuck!) Ökonomie“ scheitert daran, dass sich „der Mensch beim Wirtschaften selbst im Weg steht“. Toll! Ich erklär da jetzt jeder Realschulabgängerin, die in ihrem Scheißpraktikum als würdelose, billige Kraft ausgebeutet wird und zusehen muss, wo sie bleibt. Jahrelang. Aber is schon toll, dass ihr auch gemerkt habt, dass son Mensch ne Seele hat. Und so habters dann genannt, „steht sich beim Wirtschaften selbst im Weg“. Ihr labert nur für euch selbst, und die Welt, die euch umgibt, ist euch scheißegal. Nein, nicht die in Lateinamerika. Die vor der Tür. Und die Menschen erst recht. Deshalb kommt keiner. Oder geht nach dreißig Minuten und schüttelt draußen den Kopf. Wir finden das nicht so pralle, wenn andere „für uns denken“ und dabei auf uns scheißen. Da kommt ihr zusammen, bleibt unter euch, labert, geht auseinander, nichts bleibt. Bis auf Kopfschmerzen, wenn euch mal einer zurhört, der noch nicht in eurer Sekte ist.

Aber immerhin, es gab interessante Gespräche. Hinterher. Vor der Tür, wo Raum war für das, was drinnen erstickte. Das kenne ich. Das kenne ich von evangelikalen christlichen Gemeinschaften, da wird man auch vor der Tür interessiert vollgesäuselt, wenn man sich darein verirrt hat. Und wird „ernst genommen“, so zum Schein — als ob der Schein das Bewusstsein bestimmt. So als Instant-Ablass, für das gute Gefühl, selbstgerecht zu sein. Kann man auch solidarisch nennen. Und dieses „kommt doch wieder“, diese Intensität, die „Freundlichkeit“ gegenüber so einem, Mann, ich kenns so gut, dass ich schon wieder kotzen will. Damit fängt man nur Idioten ohne Lebenserfahrung. Passt ja. Ne Sekte seid ihr, mit obskuren Heilsversprechern, mit Kunstsprache, ein kleiner elitärer Zirkel, einfach nur lächerlich.

Tschüss.

Solidarische Ökonomie – eine Alternative für alle?

Der Tagestipp für eine Informations- und mögliche Diskussionsveranstaltung der außerparlamentarischen Gruppe Attac über zukünftige Möglichkeiten miteinander zu leben.

Wo: Café Siesta (rechts am Vordereingang zum Faustgelände in Linden)

Wann: 19:30 Uhr

Eintritt: frei und kostenlos  (jedoch nicht umsonst;-))

Der Vortrag soll Interessierten einen kurzen Einblick in das Thema “Solidarische Ökonomie” geben. Es werden Praxisbeispiele aufgezeigt und Zukunftsperspektiven vermittelt. Außerdem wird auf die Arbeit der Attac Bundes – AG “Solidarische Ökonomie” eingegangen. Im Anschluss daran erfolgt eine Diskussion.

Solidarische Ökonomie ist eine alternative Form des Wirtschaftens. Sie orientiert sich an bedürfnisorientierten, sozialen, demokratischen und ökologischen Ansätzen. Solidarökonomische Projekte sollen grundsätzlich im Dienste des Menschen stehen.(…)

Attac-Arbeitsgruppe Solidarische Ökonomie:

„Eine andere Welt ist möglich“ ist eine klare Positionierung von Attac als Teil der weltweiten globalisierungskritischen Bewegung. Wir wenden uns gegen die angebliche Alternativlosigkeit von Privatisierung, neoliberaler Profi tmaximierung und der Zentralisierung von Privateigentum an Produktionsmitteln bei einigen Wenigen. Wie könnte diese andere Welt aussehen? Mit dieser Frage beschäftigte sich auch der von Attac mit veranstaltete Kongress „Wie wollen wir wirtschaften? Solidarische Ökonomie im globalisierten Kapitalismus“ im November 2006 in Berlin. Während der Attac-Sommerakademie 2007 in Fulda gründete sich die bundesweite AG Solidarische Ökonomie.

Abgeschnitten

Abgeschnitten

Eine abgeschnittene Pflanze aus einem Betonkübel, die sich einst einmal emporranken wollte — das ist die passendste Metapher für die gesamte Geschichte des Ihmezentrums…

Eröffnung im Herbst 2008

Linden-Park Eröffnung im Herbst 2008 100 Geschäfte auf 35.000 m²

Erinnert ihr euch noch? Profeten, Werber und Verschwender öffentlicher Gelder fragt man am besten nach dem Ablauf der vorhergesagten Datumsangaben nach ihren tollen Verheißungen…

Denkmal? Mahnmal?

Ihmezentrum

Was für eine wunderbare Metapher der nachindustriellen, vom Finanzcasinogehabe geprägten Zeit doch diese alte Tafel ist — wenn man sie im Zusammenhang mit der jetzigen, von Carlyle zurückgelassenen Ruine des Ihmezentrums sieht.