Lindenspiegel im Wandel

Wir erinnern uns. Im Juni vergangenen Jahres beizte der Lindenspiegel die Gehirne mit seiner aufdringlichen Reklame (natürlich im redaktionellen Teil) für Vorfeldmaßnahmen zum weiteren menschlichen Rückbau Lindens, so dass ich fast in die Zeitung gekotzt hätte. Überschrieben war der als studentische Umfrage verpackte Scheiß mit dem Titel „Linden im Wandel„, aber in Wirklichkeit befindet sich nur der Lindenspiegel im Wandel. Er folgt dem gesellschaftlichen Trend zur intellektuellen Ghettobildung und besteht folglich auch aus zwei Teilen: Der inliegenden „Interkulturellen Stadtteil Zeitung“, die vieles von der bunten Wirklichkeit unserer Heimat abbildet, und dem scheinbar journalistischen Blatt, dass in erheblichen Teilen zu einer Verdummung frisch aus der Rotationsmaschine verkommen ist. Gleich, ob dabei unter dem lächerlichen Vorwand einer „gesundheitlichen Aufklärung“ heiter für allerlei mehr oder weniger wirksame Mittelchen aus den Apotheken und aus der Quacksalberei der Schönheits- und Lifestyle-Branche Reklame gemacht wird, oder ob offenbar irgendwelche schnell abgeschriebenen Presseerklärungen notdürftig um ein paar Sätze ergänzt werden, damit auch der Eindruck von Pressearbeit entstehe. Am Deisterplatz, wo sich immer noch alles im Kreise dreht, wenn die einen rein und die anderen raus wollen, flatterte mir die Februar-Ausgabe dieses in die wehrlosen Briefkästen gestopften Käseblattes vor die Füße.

Dieses Blatt, das sich noch am besten dazu eignet, zu einer Spucktüte gefaltet zu werden, damit man es besser vollgöbeln kann, nahm noch einmal Bezug auf die „studentische Untersuchung“, die im vergangenen Sommer unter der Leitung von Frau Dipl.-Geogr. B. Tutkunkardes durchgeführt wurde. Natürlich wurde dabei nicht erwähnt, dass in ganz Linden Flugzettel geklebt und — im Gegensatz etwa zur wild plakatierten Werbung — auffällig beflissen auch entfernt wurden, die das Fragwürdige dieser Untersuchung in den Sinn rufen wollten, und es wurde auch nicht mehr so viel von den „Veränderungen der baulichen, sozialen und kommerziellen Struktur […], die insgesamt eine Aufwertung und einen sukzessiven Imagewandel der Altbauquartiere mit sich bringen“ gefaselt, sondern etwas sehr anderes, aber lest es doch selbst:

Linden ist Gegenstand eines Europäischen Forschungsprojektes

Was kann Stadtplanung zur Sicherheit der Bürger beitragen?

In der Tat, eine drängende Frage in einem Stadtteil, in dem sich die meisten darin lebenden Menschen recht wohl und gar nicht unsicher fühlen. Diese Frage wird dann auch beantwortet. Offen bleibt jedoch die Frage, warum die Schmierfinken, die diesen Artikel hingerotzt haben, so sehr auf die Vergesslichkeit der Menschen in Linden bauen können. Das hier heißt Linden, nicht Alzheim.

Im letzten Jahr gab es im Rahmen eines studentischen Projekts eine Umfrage unter Lindener BürgerInnen zur Einschätzung ihres Stadtteils.

Ja, diese Umfrage gab es, wir wissen es noch genau. In dieser Umfrage ging es um alles mögliche, aber selbst der so energisch kommentierende Fürsprecher namens Nicolas nahm nicht das Wort von der Sicherheit in den Mund. Immerhin wurde uns in seinem Kommentar sogar vorgeworfen, eine „Weltverschwörung“ an die Wand zu malen, wo es doch nur um ein ganz kleines, ach so wohltätiges lokales Projekt ginge — übrigens ein Wort, das der Leser eher in seinem Kopfe als in der Kritik seiner Untaten fand. Nun, eine Weltverschwörung liegt immer noch nicht vor, aber immerhin schon einmal ein „Europäisches Forschungsprojekt“… ;-)

Der Lindenspiegel berichtete darüber und stellte im September die Ergebnisse vor. Linden wurde von der großen Mehrheit seiner BewohnerInnen außerordentlich positiv und als interessant und lebenswert beurteilt.

Und das soll sich nun ändern… :mrgreen:

Was aber macht einen lebenswerten Stadtteil aus?

Vielleicht die Tatsache, dass er so ist wie Linden? Bunt, lebendig, größtenteils harmlos und sehr vielfältig? Und dass in einem solchen Stadtteil nicht nur irgendwelche Entseelungsreste rumlungern, die aus jedem menschlichen Miteinander einen sozial optimierten Geschäftsvorgang machen wollen?

Ich meine ja nur mal so, als Nichtwisschenschaftler. Aber beim Lindenspiegel schreibt man lieber etwas ganz anderes ab, um die erste Seite des Blattes zu bestempeln.

Aspekte dabei sind u. a. die gefühlte Sicherheit und das tatsächliche Kriminalitätsaufkommen.

Ah ja! Mehr Polizisten, Überwachungskameras und weniger öffentlicher Raum, der zum kostenlosen Verweilen und Leben einlädt. Schon ist dieses ganze Pack — sorry: — schon sind die Lindener von der Straße und alles sieht viel sicherer aus.

(Vielleicht als kleine Krone noch ein Gefängnisneubau an Stelle des Ihmezentrums? Die Burg-Ästhetik passt ja schon ganz gut.)

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat hierzu ein internationales EU-Forschungsprojekt initiiert, das die Lindener BürgerInnen mit einbinden soll.

Hmm, kommt mir bekannt vor:mrgreen:

Seit […]

Wie, das läuft schon? Haben wir aber gar nichts von mitbekommen. Da hatte der Lindenspiegel wohl noch keine Unterlagen, was? Und das hat gar nichts mit diesem „studentischen Projekt“ zu tun, das nur zufällig…

[…] dem  01.07.2009 […]

…an so einem ähnlichen Termin begann und nur zur Zierde eingangs des tollen und gewohnt hochqualitativen Artikels im Lindenspiegel erwähnt wurde.

Ebenfalls ist es wohl nur ein Zufall, dass dieses Thema gar nicht existierte, als diese Studenten da letzte Woche im Freizeitheim Linden in trauter Gemeinschaft mit dem Stadtplanungsamt ihre lieblichen Ideen zur Vernichtung meiner Heimat vorgestellt haben. Die werden da ja nur zur Zierde erwähnt, deshalb wissen die auch nichts davon. Und einige scheinen zu glauben, dass die Menschen in Linden ihren Kopf nur für den Friseur tragen.

[…] läuft das Projekt „PluS — Planning urban Security / Planung urbaner Sicherheit“ […]

Und nicht vergessen. Das „u“ in „urban“ wird nicht als „ö“ ausgesprochen, sondern als langgezogenes Schwa. Oder vielleicht doch gleich das deutsche Wort nehmen. Heißt ja genau so, schreibt sich genau so und die Abk. bleibt auch gleich. Ach ja, „urban“ kommt übrigens vom lateinischen Adjektiv „urbanus“, das so viel wie „zur Stadt gehörend“ bedeutet. Klingt ja auch gleich viel gebildeter, wenn man mit den Leuten Fremdsprachen spricht.

[…] zur Kriminalprävention im Städtebau.

*prust!*

Das Projekt untersucht, wie man durch gezielte Maßnahmen im Städtebau die Sicherheitslage beeinflussen und die Anzahl von Straftaten reduzieren kann.

Und ich dachte immer, deshalb kreist der Hubi so oft über Linden und raubt uns die Ruhe.

Mein Vorschlag, ganz unwisschenschaftlich: Ausgehverbot bei Dunkelheit, Totalüberwachung, Verbot öffentlicher Versammlungen von mehr als null Leuten und vor allem die Menschen von der Straße holen. Aber diese Wisschenschaftler wissen das bestimmt besser. Vor allem, besser auszudrücken.

Als herausragendes Beispiel für verbesserungswürdige Stadtplanung sei hier nur das in Linden allseits so beliebte Ihmezentrum genannt.

Oh, da hat doch tatsächlich jemand einen Absatz in den beim Hinschauen wie übernommen aussehenden Text reingebastelt. Neben so viel Realsatire kommt die Ironie aber leider nicht durch.

Zusammen mit PartnerInnen aus Deutschland (Hannover), Großbritannien (Manchester), Polen (Stettin) und Östereich (Wien) soll u. a. den Fragen nachgegangen werden, welche kriminalpräventiven Ansätze im Städtebau es in Europa bereits gibt und welche Maßnahmen auf andere Länder übertragen werden können, um die Sicherheitslage zu verbessern.

Was das nun für obskure Partner_innen (scheiß alternativtümelnde BinnenMajuskel!) sein sollen, wird in der Fülle dieses Textes besser verschwiegen. Statt dieser wirklich interessanten Information gibt es noch ein bisschen Blah:

 Das Bedürfnis nach Sicherheit ist für das Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger von großer Bedeutung. Dieses subjektive Sicherheitsbedürfmnis lässt sich u.a. auch durch kriminalpräventive Maßnahmen im Städtebau positiv beeinflussen.

Ich sags ja, Blah. „Sicherheitsbedürfnis“ und „Maßnahmen“, kein WAS, kein WIE, nur WO — nämlich hier, in Linden.

Dabei gibt es bereits sichtbare Erkenntnisse aus Hannover-Linden.

Meint ihr damit jetzt die Wirtschaftskriminaltät, die uns dieses tolle Ihmezentrum zur Ruine gemacht hat?  In der Tat, vor so einer Scheiße von herzzerfressenen Arschlöchern ist auch in Linden keiner sicher.

Aber, um es noch einmal zu wiederholen, kein WAS, kein WIE, nur WO.

Ist Linden besser als sein Ruf?

Neben konkreten baulichen Maßnahmen, wie Verbesserung der Orientierung durch klare Wegeführung — im Ihmezentrum zweifellos dringend erforderlich — […]

Ach so, ihr wollt ein paar Wegweiser in einer langsam vor sich hin rottenden Großbaustelle haben. Na, das ist doch endlich einmal ein WAS und ein WIE, und was für eines! Da freut sich doch jeder, der da im Dreck leben muss, den Carlyle in Zusammenarbeit mit der Stadt Hannover hinterlassen hat.

[…] die Zuordnung privater Bereiche […]

Hmm

[…] und eindeutige Verteilung von Verantwortlichkeiten, spielt die Gegenüberstellung der tatsächlichen Kriminalitätslage mit der vorhandenen subjektiven Kriminalitätsfurcht der BürgerInnen eine große Rolle.

Hey, geil! Die Polizei will politische Aufklärungsarbeit leisten? :D

Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber nicht das gelegentliche Anlegen der Handschellen vergessen…

Das Untersuchungsgebiet in Linden-Mitte umfasst das Gebiet zwischen der Stephanusstraße, Falkenstraße, Ihmepassage und Blumenauer Straße.

Na, das ist doch eine gute Nachricht. Da ist ja auch dieses Sozpäd-Ghetto namens Gilde-Carré drin, und darin finden sich gewiss ein paar Neulindener, die ihre in der VR China gefertigte Tibet-Fahne schwenken, wenn sie ihrer Sehnsucht nach mehr Sicherheit Ausdruck verleihen — eine einfache Mauer reicht wohl nicht. Mit diesen netten Zeitgenossen, die sich leider noch nicht die schnieke Eigentumswohnung in der List leisten können, muss man sich ja schon öfter mal herumschlagen.

Ab Mitte Februar wird es eine Fragebogenaktion geben. Über 1000 Personen aus diesem Bereich werden nach dem statistischen Zufallsprinzip ausgewählt und gebeten, an der Befragung teilzunehmen.

Übrigens: Es gibt zwar ein Zufallsprinzip, und es gibt in der Statistik eine zufällig ausgewählte Stichprobe, aber das statistische Zufallsprinzip ist mir noch nicht begegnet. Ist damit jetzt gemeint, dass die Auswahl bei einer statistischen Untersuchung zufällig aussieht?

Über den Postweg oder online können Sie […]

Holla, ein großgeschriebenes „S“, ich fühle mich total persönlich angesprochen!

[…] dann Ihre Meinung zur Sicherheitslage im Stadtteil abgeben, […]

Da wird aber so richtig durchgemeint! Zum Ankreuzen!

[…] damit die Polizei als Partner im Städtebau […]

Bislang kannte ich Mitmensch Polizeibeamter vor allem mal mit einer Haltekelle. Aber so eine Maurerkelle ist auch ganz sympathisch.

(Ich muss mal aufs Klo, das Lachen lässt meine Blase explodieren.)

[…] bürgernah und gut vorbereitet […]

Auf was?

[…]  in den bereits erwähnten Ländervergleich gehen kann.

Wow! Ein Ländervergleich! Das ist ja fast schon eine Europameisterschaft! JEETZT GEEHTS LOOS! LINDEN WIRD MEISTER!

In was?

Natürlich darin, ein für die Polizei gut behandelbarer Stadtteil zu sein. MEISTER… *gröhl!*

Was kommt für Linden dabei heraus?

Letztendlich […]

Gutes erstes Wort. Zusammengesetzt aus Letzt und Ende.

[…] geht es um die Verbesserung der Lebensbedinungen unter der Perspektive eines friedlichen und möglichst konfliktfreien Zusammenlebens durch das Zusammenspiel von gebauter Umwelt und sozialräumlichen Engagement.

Manchem Bullshit begegnet man noch am besten, wenn man ihn gewähren lässt…

So, und jetzt ist dem Gestalter der Titelseite des Lindenspiegels noch ein weiterer Absatz selbst eingefallen, den er als Einfall in den Text fallen ließ, damit bei uns der Groschen fällt:

Es sollen Missstände wie sie zum Beispiel durch die Architektur des Ihme-Zentrums verursacht werden durch dieses Projekt auch aufgedeckt werden!

[Ausrufezeichen, Stilschwäche und Kommafehler aus dem Original, nicht von mir.]

Wer sich näher informieren will, wird vielleicht das folgende Angebot schätzen — es wäre wohl günstig, wenn eine gut gebildete und heimatverbundene Meinung nebst einiger Flaschen Herri zum besseren Ertragen des Gefasels mitgebracht werden:

Info-Veranstaltung

Eine öffentliche Informationsveranstaltung zu diesem Projekt findet am Mittwoch, 11. Februar ab 19 Uhr in der Aula der Grundschule Am Lindener Markt statt.  Dort, sowie unster www.plus-eu.com gibt es weiterführende Informationen für interessierte BürgerInnen.

Da kann man doch gar nicht widerstehen! Aber vielleicht widerstehen. Zur Hilfe und zur Motivation hier noch ein kleines Zitat der Website des Projektes — gemeint ist hier Linden, unsere Heimat:

„PluS“ baut auf der Erkenntnis auf, dass sich soziale Unordnung z.B. auf Grund von Armut, Arbeitslosigkeit, Desintegration und Delinquenz aus mehreren Gründen häufig in benachteiligten Stadtteilen ballt. Die Folge ist nicht selten, dass benachteiligte Orte dazu führen dass sie für die Bewohner und Bewohnerinnen zu benachteiligende Orte [sic!] werden können. […]

Durch das Zusammenspiel von planerischem und polizeilichem Konwhow [sic!] unter Beteiligung der Akteure und Akteurinnen vor Ort kann eine Beeinflussung der gebauten Umwelt [sic!] und des Wohnumfeldes im Hinblick auf die Tatgelegenheitsstruktur [sic!] und auf die vermittelte Lebensqualität eine erhebliche kriminalpräventive Wirkungen [sic!] haben.

Nur, damit wir nicht morgen sagen: „Gestern habe ich mich noch wohl gefühlt, aber heute fühle ich mich vor allem sicher“ — und wo Linden von Delinquenz geprägt ist, möchte ich mir gern zeigen lassen. Das Gefasel, das ich heute lesen musste, war hingegen von Flatulenz geprägt.

Weil du so nett grüßt, Stephan

Mit überschwänglicher, niemals wieder erlöschender Freude habe ich das Grußwort neben dem Portrait unseres hannöverschen Oberbürgermeisters Stephan Weil im offiziellen Programmheft des Fährmannsfestes 2009 gelesen.

Diese großen Worte, der optimistische Blick in das kommende Ereignis, die unverhohlene Begrüßung des gewaltig gewordenen „Woodstock an der Ihme“ erhebt mein Herz in heiterste Höhen. Allerdings drängt mich ein schelmig Juckreiz, den Worten mit Anmerkungen die fehlende Würze zu geben, um sie von ihrer Fadheit zu befreien… ;-)

Mitten im Herzen Hannover-Lindens, […]

Ich vermute, der Autor dieser Ortbeschreibung trägt sein Herz außerhalb des Körpers. Bleibt nur zu hoffen, dass er im Körper nicht eine Addiermaschine an Stelle eines Herzens trägt.

[…] genau dort, wo sich Ihme und Leine küssen, […]

Auch scheinen die sexuellen Phantasien ein wenig ungezügelt sogar auf die Geografie überzugreifen.

[…] auf den Wiesen und Auen […]

…ganz nahe beim Nationalpark innerstädtische Leineaue…

[…] an der Justus-Garten-Brücke, […]

…die nach einer nicht mehr existierenden Gastwirtschaft benannt ist und damit trefflich zum verdunsteten Geist der alten Fährmannsfeste passt.

[…] wo früher ein Fährmann zwischen Hannover und Linden übersetzte, […]

…und zusah, dass er schnell nach Linden zurückkommt.

[…] treffen wir […]

Ihr vielleicht.

[…] uns am ersten August-Wochenende […]

…leider nicht zum Abriss Hannovers bei den „Chaostagen“, sondern…

[…] beim Fährmannsfest.

Immerhin, dort gibt es auch etwas auf die Ohren, selbst für jene, die nichts zwischen den Ohren haben.

Vom Ska-Punk bis zum Metal, […]

Von einer Spielart des bastardisierten, vergnüglich konsumierbar gemachten Punks zu nachgemachtem Metal kann der erfahrene Besucher des teuren Bierbecher-Guantanamo bemerken, dass sich der alte Geist völlig verflüchtigt hat.

[…] vom Singer / Songwriter […]

…den man deutsch übrigens „Liedermacher“ nennt…

bis zum Rockabilly, vom Folk-Rock bis zur Klassik […]

…gibt es langatmige Aufzählungen, die eine nicht vorhandene Vielfalt in dieser Einfalt vortäuschen sollen.

[…] — das „kleine Woodstock an der Leine“ […]

…heißt immer noch Hannover.

[…] bietet auch in diesem Sommer […]

…der wie üblich auch im August stattfindet.

[…] wieder ein breites Spektrum […]

…wieder ein Spektrum, das viele Menschen in Linden nur genießen können, wenn sie ziemlich breit sind.

[…] musikalischen Hörgenusses.

Immerhin, man muss die Musik nicht riechen. Vieles erinnerte vielleicht auch überdeutlich an den jedem Menschen allzu vertrauten Duft frisch abgeseilter Fäzen.

Besonders freuen wir […]

also: ihr.

[…] uns auf die Blues-Rock-Legende TEN YEARS AFTER, […]

euch auf eine derart legendäre Band, dass ihr Ruf von vielen kaum vernommen wurde. Aber immerhin wird es ein bisschen sehr altmodische Musik geben, die sich gut in den Geist der Siebziger Jahre fügt, der sich in Gestalt des Ihmezentrums in Sichtnähe materialisiert hat.

[…] weil im August 2009 das original Woodstock-Festival 40 Jahre zurückliegt […]

…und es nächstes Jahr gar schon 41 Jahre zurückgelegen haben wird.

[…] und eben Ten Years After dort dabei waren.

Übrigens: Joe Cocker, Santana, Grateful Dead und The Who waren unter anderem auch da. Janis Joplin und Jimi Hendrix müssen also nicht extra zum Leben erweckt werden — was mangels Jesusfähigkeiten nicht einmal Stephan Weil möglich ist — um Hannover musikalisch so richtig „vorwärts nach weit“ (Kurt Schwitters) streben zu lassen.

Aber damit nicht genug: […]

Als wenn man nicht schon genug hätte…

[…] Vom Kinderschminken bis zur Kletterwand, vom Glücksrad bis zum Infostand, ob ihr einfach nur auf der Wiese liegen mögt oder zum Beispiel auf der Kulturbühne den zweiten Poetry Slam verfolgt […]

…oder gern eine weitere, ermüdende Aufzählung wie diese lest.

[…] — beim Fährmannsfest gibt es jede Menge Anregungen und Unterhaltung für Groß und Klein.

Und für das große und kleine Geschäft.

Für unser Team, welches für das Fest und auf dem Fest arbeitet, […]

[…] und natürlich auch manches für Geld, denn das ist das Fest für sich und an sich.

ist das Fährmannsfest immer ein Happening.

Stimmt. Es ist ein — Achtung, Deutsch! — Ereignis.

Mehr als 300 Personen helfen beim Auf- und Abbau, an den Toren und auf den Bühnen, beim Zapfen und an den Essens-Ständen, beim Schminken und im Zirkus, an der Kasse und am Kaffeestand.

Und freuen sich über diese Erwähnung als Pünktchen in einer weiteren, langatmigen Aufzählung.

Viele kennen sich seit Jahren, […]

…und einige sind inzwischen sogar schon wieder geschieden.

[…] für manche ist es ein einmaliges Ereignis im Jahr, […]

…weil auch sie den gregorianischen Kalender verwenden.

[…] für andere ist das, was sie zum Fest beitragen, Beruf oder Hobby.

Wobei „Hobbyisten“ die billigeren sind.

Happening kommt von happy […]

Falsch, es kommt vom Verb „to happen„. Wenn ihr schon kein Deutsch mehr sprechen wollt, denn sprecht doch bitte kein BSE. („bad simple english“)

[…] und die Freude und das Sichfreuen auf das Fest […]

…oder auf das Happening oder auf das Happyning oder auf die gesalzenen fünf Euro für den Eintritt in einen abgesperrten öffentlichen Weg und Bereich, der mich ein Wochenende lang zu Umwegen zwingen wird, weil ich mich nicht kostenpflichtig von kurzhaarigen Schlägertypen befummeln lassen will.

machen den spirituellen Grundton aus, […]

…der seine Unterstützung darin findet, dass man auch am extra verkaufsoffen gemachten Sonntag Tinnef kaufen kann. Und die unterbezahlten Elendsangestellten in den Läden können sich so etwas wie Spiritualität eh nicht leisten.

[…] der dem Fest seine besondere Atmosphäre verleiht.

Schön zu wissen, dass die Atmosphäre der alten Fährmannsfeste derart vergiftet zum Himmel stinkt, dass ich meinen Arsch bestimmt nicht in Sperrzone zwischen Hannover und Linden bewegen werde.

Wir sehen uns!
Euer Fährmannsfest-Team

Ihr seht euch vielleicht, mich nicht.